Schluckstörungen

Machen Sie den Schlucktest

•  Nehmen Sie einen Schluck Wasser, Tee, ...etc.
•  Noch nicht gleich schlucken
•  Können Sie den Schluck einen Moment auf der Zunge halten? Auch mit offenem Mund?
•  Jetzt dürfen Sie schlucken
•  Nehmen Sie bitte noch einen Schluck
•  Überstrecken Sie den Kopf nach hinten in den Nacken
•  Schlucken Sie – wie gut ging das?
•  Versuchen Sie jetzt einen neuen Schluck und
•  beißen Sie sich dabei auf die Zungenspitze (bitte nicht zu fest, könnte weh tun)
•  stecken Sie die Zunge dabei in eine Backentasche
•  versuchen Sie die Zunge krampfhaft am Mundboden zu halten

- Wie gut ging das?
- Haben Sie sich verschluckt oder waren Sie kurz davor?
- Könnten Sie sich vorstellen immer so schlucken zu müssen?

Schlaganfallpatienten haben häufig ein beeinträchtigtes Empfinden im Mundraum und an vielen anderen Körperregionen. Sie sind oft nicht mehr Herr ihrer sonst automatisierten Bewegungsabläufe, was zu Schluckstörungen führen kann, was Ihnen durch die oben aufgeführten Übungen sicherlich verdeutlicht werden konnte.

  • In der Therapie wird nun versucht, mittels spezieller Reize ( über Berührung, Wärme/Kälte, Geschmack/Geruch, gute Körperhaltung ) dem Patienten das Schlucken wieder zu ermöglichen.

 
 

 
  Schluckpatient Typ 1   Schluckpatient Typ 2   Schluckpatient Typ 3  
             
 

Der Schluckpatient vom Typ 1 hat ein großes Aspirationsrisiko bei flüssiger und fester Konsitenz; bzw. das Kauen ist ihm nicht möglich oder stark eingeschränkt, sowie eine Störung der oberen Ösophagusöffnung

  Der Schluckpatient vom Typ 2 hat ein Aspirationsrisiko bei dünnflüssiger, krümeliger und körniger Nahrung und das Kauen ist deutlich eingeschränkt
Der Schluckpatient vom Typ 3 hat ein Aspirationsrisiko bei dünnflüssiger, krümeliger und körniger Nahrung und das Kauen ist noch leicht eingeschränkt  

 
 
 

Geeignet:
Speisen, die sich im Mixer pürieren lasseun und sich zu einem feinen, homogenen Brei verarbeiten lassen.

Nicht geeignet:
Körnige, faserige oder klebrige Konsistenzen  

Indikation:
- erste Essversuche bei schwersten bis schweren Störungen des Kauens und der oralen Boluskontrolle
- bei verzögerter Reflextriggerung
- bei eingeschränktem laryngealen Verschluß
- bei eingeschränkter pharyngealer Kontraktion
- bei eingeschränkter Öffnung des oberen Ösophagusshinkters


 

Geeignet:
Weiche Nahrung, die sich mit der Zunge zerdrücken lässt.

Nicht geeignet:
Grobkörnige, krümelige, faserige oder klebrige Konsistenzen  

Indikation:
-weiche Kost eignet sich für diese Patienten mit mittlerer Störung der oralen Vorbereitungs- und oralen Phase und für mittelgradige Beeinträchtigungen der pharyngealen Phase

Ernährungsphysiologie:
Bei ausgewogener Auswahl und Menge erfüllt weiche Kost die ernährungsphysiologischen Erfordernisse


Geeignet:
Halbweiche und feste Nahrung, die sich leicht kauen lässt, Nahrung aus Schluckpatient Typ 1 und Typ 2

Nicht geeignet:
Grobkörnige, krustige, klebrige oder zähe Konsistenzen und Produkte mit unzermahlenen Körnern oder hohem Schalenanteil

Indikation:
-leichte Störungen der oralen und/oder pharyngealen Phase  

Ernährungsphysiologie:
Bei ausgewogener Auswahl und Menge erfüllt Schluckpatient Typ 3 die ernährungsphysiologischen Kriterien